Rheingold im Zauberberg

1. Wirtschaftsphilosophischer Salon

Vom Deutschen Netzwerk für Wirtschaftsethik eingeladen, wurde Rheingold im philosophischen Salon des Zauberbergs in Frankfurt Kelkheim vorgestellt.

Geld ohne Schuld

Philosophischer Salon im Zauberberg diskutiert über das Rheingold.

Das Thema Geld läßt keinen kalt. Wie kommt es in die Welt? Was macht es für uns und mit uns? Und ginge es auch ohne? So alltäglich unser Umgang mit dem Geld ist, so schnell kommen wir ins Grübeln, wenn wir Rechenschaft über sein Wesen ablegen wollen. Da ist es hilfreich, eine bewußte Distanz zum Gegenstand des Interesses zu schaffen. Und genau dazu kann das Thema "Regionalwährungen" dienen.

Lebhaft und kontrovers wurde das Thema "Geld" beim 1. Wirtschaftsphilosophischen Salon im Zauberberg in Kelkheim-Ruppertshein diskutiert. "Bewußtseinserweiternde" Impulse gab der Gast des Abends, Jost Reinert, der mit dem Düsseldorfer Rheingold inzwischen weit mehr als eine Regionalwährung geschaffen hat. Jost Reinert stellt den dreißig Anwesenden sein Projekt vor, das er selbst als Kunst-Atkon versteht und mittels dessen er den kommunikativen Charakter des Geldes reflektieren will. Tatsächlich ist das Rheingold auch ein florierendes Zahlungsmittel geworden, zu dessen Tauschwert sich mehr als 600 Rheingolder bekennen.

In der anschließenden Diskussion wurde das Rheingold auf Herz und Nieren geprüft. Hauptstrang des Interesses bezog sich auf den "schuldlosen" Generierungsvorgang des Zahlungsmittels. Das Rheingold kommt nicht als Schuldschein in die Welt. Es ist ein Gutschein, durch dessen Erwerb ich mich in eine freiwillige, marktorientierte Tauschgemeinschaft begebe. "Unser Gold ist daher auch durch viel mehr als durch Gold gedeckt. Es ist durch Brot gedeckt, durch Gärtnerarbeit und das Candlelight-Dinner im Restaurant um die Ecke." Andere Gesprächsstränge widmeten sich dem Thema des Zinsverzichtes und der Frage, was mit der regionalen Währung geschieht, wenn es irgendwann massenhaft Verwendung finden würde.

Das Gespräch blieb offen - das Interesse aktiver Teilhaber am Rheingold zu werden, anschließend war groß. Und die Stimmung beim 1. Wirtschaftsphilosophischen Salon im Zauberberg hat allemal Lust auf mehr gemacht.